Wittenberg – Stadt mit Vergangenheit, Stadt ohne Zukunft

Martin Luther ist für Katholiken das, was Yoko Ono für die Fans der Beatles ist. Gewirkt hat der Reformator in Wittenberg; einem Ort, zu dem die Zeit nicht gut war. Einem Ort, der von der Erinnerung an Zeiten lebt, in denen Juden noch Gottesmörder und Rothaarige Hexen waren, kurzum, einer Zeit, in der die Wittenberger fremde Reisende noch öffentlich hinrichten konnten, anstatt sie als Touristen am Leben lassen zu müssen. Es folgen einige Impressionen:

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Nicht auf alle Neuerungen, die aus Wittenberg kommen, ist man in Wittenberg stolz. Gerne wird darüber geschwiegen, dass hier Sebastian Klan 1806 den Ku-Klux-Klan gründete (damals noch in schwarz/gelb mit Trommel).

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„Fight Antisemitism“, oder: Luther würde sich im Grabe umdrehen

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1975 versuchte die DDR einen Satelliten ins All zu schießen. Er stürzte über Wittenberg ab. Nur der Torso blieb erhalten. Weil die DDR-Regierung aber nie die Behauptung zurückgenommen hat, dass es kein Weltraumprojekt gab („Niemand hat die Absicht, einen Satelliten zu bauen“), traut sich niemand das Wrack zu beseitigen.

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Offiziell wird es zwar nicht zugegeben, aber man mag die Katholiken bis heute nicht. Die heruntergekommene katholische Kirche ist ein stummer Beweis dafür, auch wenn der Pfarrer trotzig behauptet: „Wir werden nicht verfolgt.“

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Das berühmte Luther-Denkmal wird heute als Touristenfalle missbraucht. Für 5 Euro darf sich jeder mit dem bekennenden St.Pauli Fan fotografieren lassen.

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Der große Reformator erstickte an einer verschluckten Faust. Tragisches Ende einer alkoholschwangeren Wette.

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Wittenberg hat sich viel von seinem mittelalterlichen Charme bewahrt. Im Vordergrund verabschieden stolze Eltern ihre Kinder ins Schullandheim.

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Fakten contra Gerüchte: In Wahrheit wurden die 95 Thesen an die Betonwand gesprayt und nicht an die Kirchentür genagelt.

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Rathausplatz, Samstag mittag, 12.00 Uhr. Der Scientology-Gründer L. Ron Hubbard ist mit einem primitiven Ufo auf die Erde zurückgekehrt und ruft die Menschen auf, sein neues Buch („100 tolle Gesellschaftswitze“) zu kaufen. Die Frage, warum er mittlerweile schwarz ist, will er nicht beantworten.

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In Wittenberg bekommt jeder eine zweite Chance

2 Responses to “Wittenberg – Stadt mit Vergangenheit, Stadt ohne Zukunft”

  1. Hallo Gideon,

    deine Seite ist super lustig!! Hat Spaß gemacht zu lesen.
    Ich hätte eine Bitte: wir sind eine kleine Theatergruppe
    und führen demnächst ein Stück auf. Ist es möglich eins deiner
    Bilder als flyer zu nutzen ?
    Ich habe keine Kontaktdaten gefunden, sonst würde ich dir
    den Flyer einmal schicken, so dass du ihn dir angucken kannst.

    lieben Gruß
    Alrun

  2. Hallo Alrun,

    meine E-Mail-Adresse ist gideonboess@gmail.com.

    Grundsätzlich würd wohl nix dagegen sprechen, bin auf den Flyer gespannt.

    Beste Grüße


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