Oggersheim – Graustadt mit Milz
Oggersheim hatte es nie leicht. Es fing schon damit an, dass der Heiland aus einer Laune heraus diesen Ort verfluchte: „Feuer und Gift sollen eure Luft verpesten.“ Jesus behielt recht und die BASF ist heute die letzte noch aktive biblische Plage. Doch wie alle Plagen, hat auch diese ihre Vor- und Nachteile. Als Vorteil stellte sich heraus, dass Oggersheim für religiöse Fanatiker ein Wallfahrtsort wurde, was viel Geld in die Kassen spühlte. Der Nachteil besteht darin, dass -nun ja- viele religiöse Fanatiker die Stadt besuchen. Bekannt ist Oggersheim auch als Graustadt, was sie dem lebensverneinenden Himmel zu verdanken hat, der sich zu jeder Jahreszeit in kräftigem grau präsentiert. Der berühmteste Oggersheimer ist laut einer deutschlandweiten Umfrage der wütende Mann, der am Bahnhof immer auf der Bank sitzt und schimpft. Danach kommt die verrückte Frau am Fenster und an dritter Stelle Helmut Kohl (ehemaliger Bundeskanzler). Es folgen einige Impressionen:
Lange Zeit wurde überlegt, ob an diesem Platz ein Flughafen, oder ein supermodernes Einkaufszentrum mit Kino und Eislaufbahn entstehen soll. Schließlich setzten sich aber die Grünen mit ihrem Projekt „Gestrüpp“ durch.
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Weil Helmut Kohl immer wieder den anderen Teilnehmern der Töpferkurse das Schwarzgeld aus der Tasche klaute, musste das Jugendzentrum einen Zaun bauen. „Manchmal kommt er gefährlich nah ran und fragt, ob er am nächsten Kurs teilnehmen darf, aber im allgemeinen sind wir gut geschützt.“, meint der Zivi Martin.
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Oggersheim im Frühjahr 2007: Forscher haben es geschafft, Bäume zu züchten, die immer so aussehen, als seien sie trauertragende Klageweiber. „Das entspricht unserer Mentalität“, hieß es dazu zustimmend im der Lokalpresse. Bald soll es auch bei Blumen einen Durchbruch geben.
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Als im 19.Jahrhundert plötzlich überall auf der Welt Tunnel und Kanäle gebaut wurden, wollte da auch Oggersheim nicht nachstehen. Der sieben Meter lange, zwei Meter breite und drei Meter hohe Tunnel „Birne“ sollte zwei Gebäude miteinander verbinden. 2003 wurde das Projekt abgebrochen. Es war ein Desaster, noch heute kann der Rohbau bestaunt werden.
Von Prüderie keine Spur. Wer hier was zu verbergen sucht, macht sich verdächtig.
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Für Oggersheimer ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Darum werden antinationalsozialistische Parolen durchgestrichen. Recht so, was ist das auch für eine Diskussionskultur nur zu kritzeln: „Kampf dem Faschismus.“
Man würde ja gerne was gegen die hohe Geburtenrate von 11, 4 Kindern pro Frau tun, aber weil es seit den 1960ern einen Streit mit der Kondom-Lobby gibt (um was es dabei geht, weiß keiner so genau), bleiben Lieferungen aus oder es wird nur defekte Ware (rechts) verkauft. Sobald die neun Kinder groß sind, will sich der Bürgermeister um ein Ende des Streits bemühen.
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Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Unter dem Raben steht: „Führt nie wieder Krieg, euer Rabe Hans!“ Nicht alle waren mit diesem Konzept des Mahnmals einverstanden.
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Königreichssaal oder: Die Zeugen Jehovas mit den eigenen Waffen schlagen.
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Um ein Haar entging Oggersheim 2003 einer Katastrophe. Weil die amerikanischen Geheimdienste in diesem Gebäude eine geheime Atomanlage vermuteten, sollte bombardiert werden. Zum Glück brach aber noch rechtzeitig der Irakkrieg aus, ehe die B-2 Bomber ihr Ziel erreichten und sie drehten gen Bagdad ab. (Interessante Notiz am Rande: Bis heute weicht das Rathaus der Frage aus, um was es sich bei dem Gebäude tatsächlich handelt.)










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