Höppners terroristisch gute Idee

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Reinhard Höppner, der Präsident des 31.Evangelischen Kirchentag, hat für Kontroversen gesorgt. Er forderte, dass auch Terroristen und Islamisten an den Verhandlungstisch gehören. „Die Taliban haben eindeutig ein Imageproblem, dass muss nicht sein! Am Tisch würden also auch Medienexperten, Visagisten und Rhetoriktrainer zur Verfügung stehen.“ Was im ersten Moment wie die Idee eines Kirchenmannes klingt, der es sich mit der Realität verscherzt hat, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als genialer Marketingtrick. Höppner geht es nämlich in erster Linie darum, Werbung zu machen. Werbung für sein neues Buch: “Viele Bärte, wenig Seife, keine Frauen – Gotteskrieger privat.“. Zwei Jahre lang bereiste er dafür die muslimische Welt (1 ½ davon als Geisel), redete mit Top-Islamisten, mit Ex-Topislamisten und den hoffnungsvollsten Nachwuchsislamisten. Dabei kam ein „Bild des internationalen Terrorismus heraus, das so gar nicht mit unseren holzschnittartigen Klischees von grimmigen Wilden zusammen passen will, die in Höhlen hausen und nur aus ihren Verstecken kommen, wenn eine wirklich gute Steinigung zu sehen ist.“ Die Idee zum Buch kam Höppner, als er 2003 in Afghanistan entführt wurde. „Da hatte ich plötzlich ganz viel Zeit, und nachdem ich endlich wieder frei war, gab es genau zwei Dinge, die ich unbedingt machen wollte. Erstens: Mich noch einmal taufen lassen, damit die Zwangskonvertierung zum Islam nichtig wird. Zweitens: schreiben!“ Es ist zu erwarten, dass “Viele Bärte, wenig Seife, keine Frauen – Gotteskrieger privat.“ noch für reichlich Diskussionsstoff sorgen wird. An dieser Stelle folgen nun zwei kurze Passagen als Vorabdruck:   

  

Kapitel 3 – Tora Bora

Staub, Steine und kleine Tiere. Überall. Ich stehe vor einer mächtigen Höhle, und kurz davor, mit Osama bin Landen zu sprechen. Ich warte und bete. Warten tue ich, weil ich zu früh bin. Beten tue ich, weil ein Trupp frustrierter Islamisten schon seit Tagen hinter mir her ist. Ich hätte mir die Haare vor Reisenantritt doch schneiden sollen. Ein femininer Typ zu sein, ist gefährlich; vor allen unter Männern, die seit Monaten von einem einzigen Pamela Anderson Video zehren müssen. Endlich bekomme ich einen Sack über den Kopf gezogen. Ein Gewehrlauf stößt mir in die Rippen. Wütende Schreie. Meine Hände werden gefesselt. Ich bin erleichtert, dass meine Gastgeber mich endlich abholen. Die islamistische Gastfreundschaft mag auf Außenstehende zuerst befremdlich wirken. Aber die Welt ist groß, und wie heißt es so richtig: Andere Länder, andere Sitten. Wir fahren in einem Jeep über unebenen Boden. Der Wagen ächzt und stöhnt. Ich frage nach, ob er einen Hybridantrieb hat. Wegen dem Klima. Als Antwort bekomme ich einen Gewehrkolben freundschaftlich gegen die Stirn gedonnert. Nachdem ich wieder erwache, frage ich nach, ob wir bald da sind. Die Kommunikation zwischen mir und den Islamiten gestaltet sich kompliziert. Der Grund: keiner von ihnen kann Englisch. Wir improvisieren. Einer versteht Bayrisch, ich stelle ihm meine Frage, er übersetzt es ins Paschto, ein andere von Paschto in Urdu und schließlich von Urdu ins Persisch. Von da muss es nur noch ins Arabische gebracht werden, ehe ich die Antwort erhalte: „Ja!“

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Kapitel 21 – Zu Gast in Teheran

Hitze. Sonne. Geschäftigkeit. Mehrere Ayatollahs gehen in ein Fachgeschäft für israelische und amerikanische Fahnen. Sie kaufen alle. Warum? „Weil der Präsident nachher eine wichtige Rede hält!“, flüstert mir einer zu. „Danach werden wir unserer Wut spontan freien Lauf lassen…Haben sie ein Feuerzeug?“ Die Geistlichen ziehen ab. Obwohl ich erst seit vier Stunden im Iran bin, habe ich doch schon einiges über die Sitten und Bräuche gelernt. Man glaubt hier nicht nur an einen Satan, sondern an zwei: den kleinen und den großen. Das ist bei uns Christen anders. Außerdem exportiert man neben Öl und islamistischen Terrorismus auch alternative Geschichtsschreibung und Holocaustkarikaturen. Importieren muss man alles außer Öl und islamistischen Terrorismus. Kurz darauf stehe ich endlich vor meinem Gastgeber. Machmud Ahmadinedschad. Um das Eis zu brechen, lese ich aus Luthers “Von den Juden und ihren Lügen“ vor. Er lacht zustimmend und erzählt nun seinerseits einen Judenwitz. Und noch einen und noch einen. Es fängt an zu langweilen. Ich will wissen, warum er Israel hasst. „Was heißt hassen. Die Medien machen mich zu einem Monster. Ich habe schon so viele Vorschläge gehabt, die Zusammenlegung von Irland und Peru beispielsweise oder den Umbau Chinas in eine Minigolfanlage oder die Umbenennung von Hanuta in Triblix, aber komischerweise hat das nie jemanden gestört.“ Er verneinte auch, an der Atombombe zu basteln. Sein fünfäugiger Hund wedelt dazu bekräftigend mit drei seiner Schwänze.

Soweit die Textauszüge. Es bleibt abzuwarten, ob Höppners Buch das Zeug zum Bestseller hat. Die Taliban haben auf jeden Fall schon auf seine Einladung reagiert: „Klar setzen wir uns an den Verhandlungstisch. Wo wir den Ungläubigen die Köpfe abschlagen, ist uns schließlich egal.“

4 Responses to “Höppners terroristisch gute Idee”

  1. Und das wurde abgelehnt? Das ist doch brilliant! Absolut genial!!!

  2. Ich sage nur, mit Frank Schirrmacher: „Wie geil ist DAS denn?“. Ganz grosses Tennis!

  3. Sehr gut – ich kann nicht verstehen, warum das abgelehnt worden ist – oder aber nur zu gut. Höppner hat ein Image-Problem…

  4. Höppner hat wohl das Stockholm-Syndrom, bei dem Opfer von Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern aufbauen. Dies kann dazu führen, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert. Es kann sogar darin münden, dass Täter und Opfer sich ineinander verlieben oder kooperieren.

    http://www.Fastien.wordpress.com


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