Posted by: Gideon Böss | April 10, 2008

Führerstadt Wolfsburg

Wolfsburg wurde 1938 gegründet, um den deutschen Herrenmenschenfamilien arische Autos zu liefern, mit denen sie Blitzurlaub in den Ostgebieten machen konnten. Noch heute zeichnet sich die Stadt vor allem durch ihre Inselbegabung aus: sie kann Autos bauen. Mehr nicht. Auf Spaß, Kultur und spannende Ecken verzichtet sie, und konzentriert sich ganz auf Reifen, Motoren und Gaspedale. Es folgen ein paar Impressionen aus der Arbeiter-, und Autostadt Wolfsburg.

Kontrovers. Um die neue Wolfsburger Moschee wird heftig gestritten. Rechtspopulisten nennen sie “zu kitschig.”

Klassiker beim Idiotentest: “Wenn Sie dieses Bild mit einem einzigen Wort beschreiben sollten, welches wäre das?” (Tipp: Wer Autostadt sagt, fällt durch.)


Manches ändert sich nie. Die Rassenautomaten waren eine Erfindung der Nazi-Gründerväter. Im Parkhaus sollte jede Rasse rassengerecht zur Kasse gebeten werden. Weil das Preissystem bis heute nicht geändert wurde, hat die EU angemahnt, dass es gegen geltendes Recht verstößt, wenn nicht-Arier für eine Stunde parken 394% mehr bezahlen müssen.

Weil man in Wolfsburg für den Tag X plant, an dem die Fabrik schließen wird, werden systematisch Kaninchen ausgesetzt. Der Grund: Ein Ökonom hat vorausgesagt, dass jedes Autozeitalter von einem Kaninchenzeitalter abgelöst wird. Beweise hat er keine, und Gegenbeweise gibt es nicht, was er zu seinen Gunsten auslegt. “Wir müssen bei denen Sympathiepunkte sammeln, solange es noch geht.”, erklärt er immer wieder.

Wobei in Wolfsburg aber längst nicht mehr nur Autos gebaut werden. Beispielsweise läuft hier gerade die neuste Generation von Rentnern über die Laufbänder einer gläsernen Fabrik.

Willkommen in Wolfsburg! Eine Werbeagentur wurde beauftrag, die klassische Wolfsburg-Postkarte einladender zu Gestalten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. “Wir haben den ICE bewusst als farblichen Kontrast gewählt, das wirkt dynamisch, modern, cool. Mehr durften wir nicht ändern.”


Sogar der Mond leuchtet VW. Es soll Menschen in Wolfsburg geben, die diese Berieselung nicht mehr ertragen können und von Gehirnwäsche reden. Offizielle Stellen dementieren aber, dass es solche “Widerstandsnester, die wir ausräuchern werden”, gibt.

Der alte Streit. Die Fahrgäste fordern seit Jahren eine Verschiebung der Haltestelle um zwanzig Meter. Die Busfahrer sind dagegen. “Ohne Grund, einfach so.”, wie sie betonen. Manchmal stehen sich beide Seiten stundenlang gegenüber, ehe es kalt und dunkel wird, und die Fahrgäste nachgeben.


Zunehmend wird die Autostadt von Touristen entdeckt. Die Schattenseite: Die Weltkugel im VW-Haus verkommt immer mehr zu einem billigen Foto-Gag, ähnlich wie der Schiefe Turm von Pisa. Noch kann der Konzern gegen diese Herabwürdigung mit der Prügelstrafe vorgehen. Doch wenn das VW-Gesetz tatsächlich gekippt wird, ist es auch damit vorbei.


Ironisch nimmt die BILD-Zeitung Bezug darauf, dass Kolumbus beim heutigen Wolfsburg in der Annahme an Land ging, Amerika entdeckt zu haben. Seine Enttäuschung war grenzenlos, als ihm schließlich klar wurde, dass es sich dabei noch nicht einmal um Indien handelte.

Posted by: Gideon Böss | Februar 10, 2008

Wittenberg - Stadt mit Vergangenheit, Stadt ohne Zukunft

Martin Luther ist für Katholiken das, was Yoko Ono für die Fans der Beatles ist. Gewirkt hat der Reformator in Wittenberg; einem Ort, zu dem die Zeit nicht gut war. Einem Ort, der von der Erinnerung an Zeiten lebt, in denen Juden noch Gottesmörder und Rothaarige Hexen waren, kurzum, einer Zeit, in der die Wittenberger fremde Reisende noch öffentlich hinrichten konnten, anstatt sie als Touristen am Leben lassen zu müssen. Es folgen einige Impressionen:

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Nicht auf alle Neuerungen, die aus Wittenberg kommen, ist man in Wittenberg stolz. Gerne wird darüber geschwiegen, dass hier Sebastian Klan 1806 den Ku-Klux-Klan gründete (damals noch in schwarz/gelb mit Trommel).

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“Fight Antisemitism”, oder: Luther würde sich im Grabe umdrehen

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1975 versuchte die DDR einen Satelliten ins All zu schießen. Er stürzte über Wittenberg ab. Nur der Torso blieb erhalten. Weil die DDR-Regierung aber nie die Behauptung zurückgenommen hat, dass es kein Weltraumprojekt gab (“Niemand hat die Absicht, einen Satelliten zu bauen”), traut sich niemand das Wrack zu beseitigen.

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Offiziell wird es zwar nicht zugegeben, aber man mag die Katholiken bis heute nicht. Die heruntergekommene katholische Kirche ist ein stummer Beweis dafür, auch wenn der Pfarrer trotzig behauptet: “Wir werden nicht verfolgt.”

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Das berühmte Luther-Denkmal wird heute als Touristenfalle missbraucht. Für 5 Euro darf sich jeder mit dem bekennenden St.Pauli Fan fotografieren lassen.

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Der große Reformator erstickte an einer verschluckten Faust. Tragisches Ende einer alkoholschwangeren Wette.

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Wittenberg hat sich viel von seinem mittelalterlichen Charme bewahrt. Im Vordergrund verabschieden stolze Eltern ihre Kinder ins Schullandheim.

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Fakten contra Gerüchte: In Wahrheit wurden die 95 Thesen an die Betonwand gesprayt und nicht an die Kirchentür genagelt.

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Rathausplatz, Samstag mittag, 12.00 Uhr. Der Scientology-Gründer L. Ron Hubbard ist mit einem primitiven Ufo auf die Erde zurückgekehrt und ruft die Menschen auf, sein neues Buch (“100 tolle Gesellschaftswitze”) zu kaufen. Die Frage, warum er mittlerweile schwarz ist, will er nicht beantworten.

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In Wittenberg bekommt jeder eine zweite Chance

Posted by: Gideon Böss | Dezember 31, 2007

Oggersheim - Graustadt mit Milz

Oggersheim hatte es nie leicht. Es fing schon damit an, dass der Heiland aus einer Laune heraus diesen Ort verfluchte: “Feuer und Gift sollen eure Luft verpesten.” Jesus behielt recht und die BASF ist heute die letzte noch aktive biblische Plage. Doch wie alle Plagen, hat auch diese ihre Vor- und Nachteile. Als Vorteil stellte sich heraus, dass Oggersheim für religiöse Fanatiker ein Wallfahrtsort wurde, was viel Geld in die Kassen spühlte. Der Nachteil besteht darin, dass -nun ja- viele religiöse Fanatiker die Stadt besuchen. Bekannt ist Oggersheim auch als Graustadt, was sie dem lebensverneinenden Himmel zu verdanken hat, der sich zu jeder Jahreszeit in kräftigem grau präsentiert. Der berühmteste Oggersheimer ist laut einer deutschlandweiten Umfrage der wütende Mann, der am Bahnhof immer auf der Bank sitzt und schimpft. Danach kommt die verrückte Frau am Fenster und an dritter Stelle Helmut Kohl (ehemaliger Bundeskanzler). Es folgen einige Impressionen:

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Lange Zeit wurde überlegt, ob an diesem Platz ein Flughafen, oder ein supermodernes Einkaufszentrum mit Kino und Eislaufbahn entstehen soll. Schließlich setzten sich aber die Grünen mit ihrem Projekt “Gestrüpp” durch.

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Weil Helmut Kohl immer wieder den anderen Teilnehmern der Töpferkurse das Schwarzgeld aus der Tasche klaute, musste das Jugendzentrum einen Zaun bauen. “Manchmal kommt er gefährlich nah ran und fragt, ob er am nächsten Kurs teilnehmen darf, aber im allgemeinen sind wir gut geschützt.”, meint der Zivi Martin.

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Oggersheim im Frühjahr 2007: Forscher haben es geschafft, Bäume zu züchten, die immer so aussehen, als seien sie trauertragende Klageweiber. “Das entspricht unserer Mentalität”, hieß es dazu zustimmend im der Lokalpresse. Bald soll es auch bei Blumen einen Durchbruch geben.

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Als im 19.Jahrhundert plötzlich überall auf der Welt Tunnel und Kanäle gebaut wurden, wollte da auch Oggersheim nicht nachstehen. Der sieben Meter lange, zwei Meter breite und drei Meter hohe Tunnel “Birne” sollte zwei Gebäude miteinander verbinden. 2003 wurde das Projekt abgebrochen. Es war ein Desaster, noch heute kann der Rohbau bestaunt werden.
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Von Prüderie keine Spur. Wer hier was zu verbergen sucht, macht sich verdächtig.

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Für Oggersheimer ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Darum werden antinationalsozialistische Parolen durchgestrichen. Recht so, was ist das auch für eine Diskussionskultur nur zu kritzeln: “Kampf dem Faschismus.”
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Man würde ja gerne was gegen die hohe Geburtenrate von 11, 4 Kindern pro Frau tun, aber weil es seit den 1960ern einen Streit mit der Kondom-Lobby gibt (um was es dabei geht, weiß keiner so genau), bleiben Lieferungen aus oder es wird nur defekte Ware (rechts) verkauft. Sobald die neun Kinder groß sind, will sich der Bürgermeister um ein Ende des Streits bemühen.

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Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Unter dem Raben steht: “Führt nie wieder Krieg, euer Rabe Hans!” Nicht alle waren mit diesem Konzept des Mahnmals einverstanden.

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Königreichssaal oder: Die Zeugen Jehovas mit den eigenen Waffen schlagen.

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Um ein Haar entging Oggersheim 2003 einer Katastrophe. Weil die amerikanischen Geheimdienste in diesem Gebäude eine geheime Atomanlage vermuteten, sollte bombardiert werden. Zum Glück brach aber noch rechtzeitig der Irakkrieg aus, ehe die B-2 Bomber ihr Ziel erreichten und sie drehten gen Bagdad ab. (Interessante Notiz am Rande: Bis heute weicht das Rathaus der Frage aus, um was es sich bei dem Gebäude tatsächlich handelt.)

Posted by: Gideon Böss | August 22, 2007

Nazis gibt es doch gar nicht

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Mythos Nazi. Gibt es ihn überhaupt, und wenn ja, wo? Die Nachrichten über seine Sichtung ähneln sich oft bis ins Detail. Er hinterlässt verprügelte oder getötete Afrikaner, Türken oder ganz allgemein Ausländer. Zeugen sprechen davon, dass er durch rechtsradikale Sprüche, SS-Runen und Glatzen auf sich aufmerksam macht. Und wenn er sich wohl fühlt, schafft er sich national befreite Zonen. Doch kaum wollen Journalisten, Zoologen oder Sozialarbeiter über diese sonderbare Spezies berichten, ist sie schon wie vom Erdboden verschluckt. Aktuell ist dies in Mügeln zu erleben.

Ein Rudel Nazis soll da ungezwungen einer Herde Inder nach gejagt sein und dabei ausländerfeindliche Parolen gebrüllt haben. Doch obwohl das vom Verhalten her recht eindeutig klingt, will keine offizielle Stelle bestätigen, dass sich in Mügeln, oder in den Sümpfen um Mügeln herum, tatsächlich Nazis angesiedelt haben. Warum eigentlich nicht? Zuerst einmal, weil der Nazi ein scheuer Zeitgenosse ist. Bürgermeister fürchten sein Verschwinden, wenn er sich durch Medienaufmerksamkeit gestört fühlt. Schützenvereine bangen um ihre Mitgliederzahlen, Volksfeste um Besucher, sächsische Kinder um ihre Väter. Kurzum: Alle hätten was zu verlieren, wenn der Nazi weiterziehen oder gar aussterben würde…Soweit das Klischee. Doch was ist da eigentlich genau dran?

Machen wir doch einmal den Realitätstest. Und zwar am Beispiel des Städtchen Mügeln. Der Bürgermeister behauptet, es gäbe dort keine rechtsradikalen Strukturen. Klingt zwar im ersten Moment merkwürdig, aber es gibt vieles, was diese These stützt. Denn was ist in Mügeln genau passiert? Mehrere Inder wurden durch die nazifreie Stadt getrieben und angegriffen. Dazu brüllte die Meute: “Hier regiert der nationale Widerstand.” Das klingt schon einmal gar nicht nach Nazis, die hätten eher aus “Deutschland - Ein Wintermärchen” oder “Als Hitler das rosa Kaninchen stahl” vorgelesen.

Bei einem Blick auf die tendenziöse Art der Berichterstattung kann außerdem nicht übersehen werden, dass da eine ganze Bevölkerungsgruppe (indienkritische Deutsche) kriminalisiert werden soll. Gibt es nicht gute Gründe, Indien nicht nur durch die Bollywoodbrille zu sehen? Stichworte: Kastensystem, Witwenverbrennungen und überall rumstehende Kühe. Was für die einen “Nazis” sind, sind für den anderen vielleicht engagierte Bürger, die ein Problem damit haben, dass in Neu-Delhi Hunderttausende in ärmlichsten Verhältnissen leben müssen.

Und überhaupt kommt dieser multikulturelle Abend in Mügeln etwas arg negativ weg. Da heißt es in einer Pressemeldung lapidar “Die Angreifer traten die Tür der Gaststätte ein. Rund 70 Polizeibeamte drängten die Angreifer dann ab. Bei den handgreiflichen Auseinandersetzungen wurden acht Inder und vier Deutsche verletzt. Zahlreiche Schaulustige hatten sich den Überfall mit angesehen, ohne den Verfolgten zu helfen.” Aber dass die Schaulustigen auch den Verfolgern nicht halfen, wird nicht erwähnt. So kann man natürlich alles schlecht schreiben.

Wichtig ist auch, was der Bürgermeister noch anmerkt: “Der Alkohol hat um diese Zeit eine Rolle gespielt - und außerdem war plötzlich mal was los.” Und weil man weiß, dass der Alkohol noch aus jedem einen Ausländerfeind gemacht hat, und halt auch nix los war, gibt es auch keinen Grund, wegen diesem etwas wüsten Spaß so ein mediales Geschrei zu veranstalten. Heut sind doch eh wieder alle nüchtern.

Die Beweise sind erdrückend, dass es in Mügeln keine Nazis gibt. Und weil man das eigentlich über jede Stadt, in der in den letzten Jahren Mitternachts-, Abend-, Frühmorgen-, und Zwischendurchpogrome stattfanden, sagen kann, drängt sich zwangsläufig die Frage auf: Gibt es überhaupt Nazis? Oder sind die gar ausgestorben. Wenn selbst in der sächsischen Steppe keine lebenden Exemplare mehr aufzufinden sind, steht das zu befürchten. Womit direkt nach dem chinesischen Flussdelfin eine weitere Tierart die Weltbühne verlassen hätte. Es liegt bei den Wissenschaftlern zu deuten, ob ihr dahinscheiden zu bedauern ist, oder nicht. Wir Laien aber stehen vor einem ganz anderen Rätsel. Wer sind eigentlich die Leute, die da ständig Ausländer angreifen und töten, und alles, was sie für undeutsch halten, nun ja, angreifen und töten? Staubsaugervertreter, Quäker oder doch die Macher der Sportschau?

Posted by: Gideon Böss | Juni 16, 2007

Leserkommentar eines Psychopathen

(Vorgeschichte kann hier und hier nachgelesen werden.) 

 Seit Monaten bekomme ich in regelmäßigen Abständen von einem kritischen Leser Kommentare gesendet (KRITIK UNERWÜNSCHT? FASCHO?), in denen er seinen Fetisch auslebt: Antisemitismus (WAS? ZIONISTEN GLAUB ICH EHER DIE ANTISEMITEN BÜRSCHCHEN.). Mal ist der Holocaust eine Lüge, dann ist es plötzlich gut, dass er passiert ist, dann wieder sollen auch weiterhin alle Juden ermordet werden und schließlich sollen die trotzdem nicht immer so tun, als ob sie vergast wurden (HUAHJAHAHAHÖÖÖÖÖÖÖÖÖHN! VERSTEHEN SIE SPASS?). Keine Ahnung, warum er mit das sendet, anstatt ein Buch zu schreiben, indem er diese Erkentnisse der Öffentlichkeit zugänglich macht (der iranische Mahmud-Verlag hätte bestimmt Interesse) (WARUM SOLLTE ER?); aber andererseits darf man nicht vergessen, dass wir es hier mit einem Psychopathen zu tun haben(UI, JEDER DER DIR ZU ARG EINFÄHRT IS N PSYCHO, UIUIUI!). Da gelten andere Regeln (ROLLENSPIELDEPP?). Darum hat es lange gedauert, ehe ich auf diese E-Mails (OBEN WAREN ES NOCH KOMMENTARE) reagierte. Vor allen, weil ich der Meinung bin, dass es immer noch besser ist, wenn solche Charakterkrüppel (VON DIR AUF ANDERE SCHLIESSEN?) ihre Freizeit damit zubringen, anonyme Mails (KOMMENTARE?) zu versenden anstatt sich an kleine Kinder ranzumachen (UNTERSTELLUNG? WAHRSCHEINLICH DARF GIDEON AUFGRUND SEINES JÜDISCHEN GLAUBENS KLEINE KINDER FICKEN UND DARUM DENKT ER DAS MACHT JEDER?). Doch vor einigen Wochen habe ich dann doch mal die Polizei eingeschalten (DOCH GELL. WEIL DOCH BESSER DANN. WEIL ANGST. UND WUT DEINERSEITS.). Die hat ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung (UIUIUIUI!) eingeleitet und weil ich ja weiß, dass der (nicht mehr ganz so anonyme) anonyme Schreiberling mitliest, will ich ihm nun ganz subtil (REALSATIRE?) den Tipp geben, sich Gedanken darüber zu machen, wie er z.B. folgende E-Mails (E-MAILS?) erklären möchte:
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Reichtum führt in die Gaskammer. Ich arisiere den Blog hier. HEIL HIMMLER! Du jude hälst bessser die Fresse Gideon. Bald hab ich deine Adresse, dann komm ich mit n paar Kumpels auf Kaffee und Kuchen gell Schatzi. Kannst dich freun! (KÖSTLICH FORMULIERT UND EIN NETTES ANGEBOT ODER?)
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Hitler und so waren eh voll super meiner Meinung nach. Ich glaub auch nicht daß es Nazis waren. Die amis haben herumgebombt und sich hernach als Helfer aufgespielt. Ich hoffe die DVU bekommt noch mehr Stimmen. Gibbes zumindest weniger Judenlügen. Selbst wenn der jüdische Sondermüll vergast wurde war es recht. Die gehören eh ausgerottet, das passt schon so mit Abgasen. Naja meine Meinung halt. Ich muss halt lachen wenn juden rumseiern wie gut es früher war. Höhn! Auschwitz war ja eh schön. Meiner freien Meinung nach ist das judentum eine Geisteskrankheit die nur durch Begasung der Krankheitsträger beendet werden kann. Endlösung sozusagen. In Krankenlagern im schönen Buchenwald zum Beispiel. Is nun die Meinung frei oder rufst du nach der popozei? (HUAHAHA, NUR NOCH SURREALE KUNST! UND DU FÄLLST DRAUF REIN, BRAV!)
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Also foljendes meine lieben Freunde ich glaub das führt zu nix wir können den Juden der diesen Blog betreibt nicht so einfach dazu bringen sich die Vorhaut wieder anzunähen und aufhören Jude zu sein,… Aber Prbieren können wirs ja trotzdem,… Durch unsere Schreiberei wird der Gideon wahrscheinlich auch nicht gleich auf den Dachboden gehen und sich erhängen,…obwohls schön wärAber wenns so is lieber Gidi dann lass uns das wissen,… dann könn ma ja schauen obst wieder auferstehst wie der von euch erlegte Heiland!!!Aber sag mir wieso hast du überhaupt diesen BLOG witterst du hier irgendwo GOLD???Ich weiß du hast bestimmt ne NASE für sowas!! (SO SIND SELBST DIE ALTEN KLISCHEES WIEDER WITZIG!)
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(Und wenn zu diesen drei jeweils passende Erklärungen gefunden sind, geht es mit diesen hier* weiter und mit den ganzen anderen, die dem LKA vorliegen.)

Update (15.06.2007):
*da sie mittlerweile allesamt erfasst sind, habeich sie soeben entfernt. (WEIL DU ES NICHT MEHR ERTRÄGST DAS DIE LEUTE SICH KAPUTTLACHEN?)

Posted by: Gideon Böss | Juni 13, 2007

Höppners terroristisch gute Idee

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Reinhard Höppner, der Präsident des 31.Evangelischen Kirchentag, hat für Kontroversen gesorgt. Er forderte, dass auch Terroristen und Islamisten an den Verhandlungstisch gehören. „Die Taliban haben eindeutig ein Imageproblem, dass muss nicht sein! Am Tisch würden also auch Medienexperten, Visagisten und Rhetoriktrainer zur Verfügung stehen.“ Was im ersten Moment wie die Idee eines Kirchenmannes klingt, der es sich mit der Realität verscherzt hat, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als genialer Marketingtrick. Höppner geht es nämlich in erster Linie darum, Werbung zu machen. Werbung für sein neues Buch: “Viele Bärte, wenig Seife, keine Frauen – Gotteskrieger privat.“. Zwei Jahre lang bereiste er dafür die muslimische Welt (1 ½ davon als Geisel), redete mit Top-Islamisten, mit Ex-Topislamisten und den hoffnungsvollsten Nachwuchsislamisten. Dabei kam ein „Bild des internationalen Terrorismus heraus, das so gar nicht mit unseren holzschnittartigen Klischees von grimmigen Wilden zusammen passen will, die in Höhlen hausen und nur aus ihren Verstecken kommen, wenn eine wirklich gute Steinigung zu sehen ist.“ Die Idee zum Buch kam Höppner, als er 2003 in Afghanistan entführt wurde. „Da hatte ich plötzlich ganz viel Zeit, und nachdem ich endlich wieder frei war, gab es genau zwei Dinge, die ich unbedingt machen wollte. Erstens: Mich noch einmal taufen lassen, damit die Zwangskonvertierung zum Islam nichtig wird. Zweitens: schreiben!“ Es ist zu erwarten, dass “Viele Bärte, wenig Seife, keine Frauen – Gotteskrieger privat.“ noch für reichlich Diskussionsstoff sorgen wird. An dieser Stelle folgen nun zwei kurze Passagen als Vorabdruck:   

  

Kapitel 3 – Tora Bora

Staub, Steine und kleine Tiere. Überall. Ich stehe vor einer mächtigen Höhle, und kurz davor, mit Osama bin Landen zu sprechen. Ich warte und bete. Warten tue ich, weil ich zu früh bin. Beten tue ich, weil ein Trupp frustrierter Islamisten schon seit Tagen hinter mir her ist. Ich hätte mir die Haare vor Reisenantritt doch schneiden sollen. Ein femininer Typ zu sein, ist gefährlich; vor allen unter Männern, die seit Monaten von einem einzigen Pamela Anderson Video zehren müssen. Endlich bekomme ich einen Sack über den Kopf gezogen. Ein Gewehrlauf stößt mir in die Rippen. Wütende Schreie. Meine Hände werden gefesselt. Ich bin erleichtert, dass meine Gastgeber mich endlich abholen. Die islamistische Gastfreundschaft mag auf Außenstehende zuerst befremdlich wirken. Aber die Welt ist groß, und wie heißt es so richtig: Andere Länder, andere Sitten. Wir fahren in einem Jeep über unebenen Boden. Der Wagen ächzt und stöhnt. Ich frage nach, ob er einen Hybridantrieb hat. Wegen dem Klima. Als Antwort bekomme ich einen Gewehrkolben freundschaftlich gegen die Stirn gedonnert. Nachdem ich wieder erwache, frage ich nach, ob wir bald da sind. Die Kommunikation zwischen mir und den Islamiten gestaltet sich kompliziert. Der Grund: keiner von ihnen kann Englisch. Wir improvisieren. Einer versteht Bayrisch, ich stelle ihm meine Frage, er übersetzt es ins Paschto, ein andere von Paschto in Urdu und schließlich von Urdu ins Persisch. Von da muss es nur noch ins Arabische gebracht werden, ehe ich die Antwort erhalte: „Ja!“

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Kapitel 21 – Zu Gast in Teheran

Hitze. Sonne. Geschäftigkeit. Mehrere Ayatollahs gehen in ein Fachgeschäft für israelische und amerikanische Fahnen. Sie kaufen alle. Warum? „Weil der Präsident nachher eine wichtige Rede hält!“, flüstert mir einer zu. „Danach werden wir unserer Wut spontan freien Lauf lassen…Haben sie ein Feuerzeug?“ Die Geistlichen ziehen ab. Obwohl ich erst seit vier Stunden im Iran bin, habe ich doch schon einiges über die Sitten und Bräuche gelernt. Man glaubt hier nicht nur an einen Satan, sondern an zwei: den kleinen und den großen. Das ist bei uns Christen anders. Außerdem exportiert man neben Öl und islamistischen Terrorismus auch alternative Geschichtsschreibung und Holocaustkarikaturen. Importieren muss man alles außer Öl und islamistischen Terrorismus. Kurz darauf stehe ich endlich vor meinem Gastgeber. Machmud Ahmadinedschad. Um das Eis zu brechen, lese ich aus Luthers “Von den Juden und ihren Lügen“ vor. Er lacht zustimmend und erzählt nun seinerseits einen Judenwitz. Und noch einen und noch einen. Es fängt an zu langweilen. Ich will wissen, warum er Israel hasst. „Was heißt hassen. Die Medien machen mich zu einem Monster. Ich habe schon so viele Vorschläge gehabt, die Zusammenlegung von Irland und Peru beispielsweise oder den Umbau Chinas in eine Minigolfanlage oder die Umbenennung von Hanuta in Triblix, aber komischerweise hat das nie jemanden gestört.“ Er verneinte auch, an der Atombombe zu basteln. Sein fünfäugiger Hund wedelt dazu bekräftigend mit drei seiner Schwänze.

Soweit die Textauszüge. Es bleibt abzuwarten, ob Höppners Buch das Zeug zum Bestseller hat. Die Taliban haben auf jeden Fall schon auf seine Einladung reagiert: „Klar setzen wir uns an den Verhandlungstisch. Wo wir den Ungläubigen die Köpfe abschlagen, ist uns schließlich egal.“

Posted by: Gideon Böss | Juni 2, 2007

Taxifahrt Frankfurt –Mainz

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 Taxifahrt Frankfurt –Mainz  Der ICE erreichte den Hauptbahnhof zu spät. Die letzte S-Bahn nach Mainz war schon abgefahren. Müde lief David zum Servicecenter und verließ dieses kurz darauf mit einem Taxigutschein. Links vor dem Haupteingang befand sich der Taxistand. Die Kälte der Nacht legte sich dezent und doch unerbittlich auf Davids Schultern. Er schritt auf die wartenden Fahrer zu. Sie standen in Gruppen zusammen, redeten gegen die Langeweile der Nachtschicht an und beobachteten dabei die Umgebung. Sofort rief einer David zu sich und schon ging die Fahrt los. Die Hochhäuser der Stadt hatten sich in die Dunkelheit zurückgezogen, nur wenn man genau hinsah, konnten die Riesen erkannt werden. Kein Büro war mehr beleuchtet, dunkle Wolken zogen über sie hinweg. Wenige Autos fuhren zu dieser Zeit durch Frankfurt. Es schien David, als ob die Straßen ihm und seinem Fahrer gehören. Er genoss den Blick durch das Beifahrerfenster. Doch schon nach wenigen Metern wurde er durch ein gebrummtes „Kennst du dich damit aus?“, zurück auf seinen Beifahrersitz geworfen. Der Taxifahrer zeigte auf das GPS-System, das verwirrende rote und grüne Linien präsentierte. „Nein.“, gab David zu und schon bremste das Auto energisch. Der Fahrer nuschelte erneut etwas Unverständliches und begann mit der Zentrale zu telefonieren. Es folgte ein lautes Gespräch auf Arabisch, was David weniger besorgte, als die Tatsache, dass sich das Auto dabei mitten auf der Hauptstraße befand. Stehend und kurz hinter einer Kurve.  Das Gespräch zog sich in die Länge. Finger drückten verschiedenste GPS-Tasten, doch die Verwirrung wollte sich nicht auflösen. Flüche erreichten die Zentrale und weil sich der Taxifahrer, ein Jordanier, auch nicht das Hupen überholender Autos gefallen lassen konnte, kämpfte er gleich an zwei Fronten: Per Handyanweisungen mit dem GPS und per wütenden Rufen aus dem Fenster gegen davon eilenden Protestlern. In beiden Kriegen kämpfte er tapfer, unbeirrt und glücklos. Irgendwann, David spielte längst mit dem Gedanken auszusteigen, geschah es endlich. Das GPS erbarmte sich und war nun bereit, das Fahrziel aufzunehmen.  Eine Display-Tastatur präsentierte die Buchstaben des Alphabets und kurz darauf setzte sich das Taxi wieder in Bewegung.  Bald war die Stadtgrenze erreicht und es ging auf die Autobahn. „Ich mach das erst seit zwei Tagen.“, bestätigte der Fahrer, was David längst vermutet hatte. Als sich die erste Kreuzung näherte, gesellte sich noch eine Frau zu den beiden ins Auto. Genauer, eine Frauenstimme. Eine Frauernstimme, die sich penetrant in den Mittelpunkt zu rücken verstand, und mit Fachwissen zu protzen wusste. „In 500 Metern links abbiegen, dann links abbiegen.“, „Bitte wenden sie.“, „Die nächste Ausfahrt nehmen, dann links halten.“, „250 Meter, dann wenden.“, „Bitte wenden sie.“  Der Berufsneuling kämpfte anfangs noch gegen die Belehrungen an (dass wäre ja noch schöner, wenn sich ein Araber von einer Frau sagen lässt, wo es lang geht), doch nachdem sich das Taxi bald hoffnungslos in einem Ort irgendwo im Nichts zwischen dem Start und dem Zielort verfahren hatte, begann er langsam nachzugeben. Zuerst noch unter Protest „Halt den Mund, Frau!“, dann mit immer mehr Vertrauen in ihren Rat „Hör ihr zu David, sie hat Recht.“, bis es schließlich in eine beinahe sklavische Verehrung mündete: „Sie sagt es, also machen wir es.“ Unter dem Kommando des körperlosen Wesens verlief die weitere Reise zügiger, weswegen sich David Hoffnungen machte, irgendwann noch zuhause anzukommen.Kurz vor der Autobahnabfahrt Mainz geschah dann allerdings ein Drama. Der Fortschrittsglaube setzte sich gegen den gesunden Menschenverstand durch. David sagte beim Anblick des Schilds: „Sehr gut, hier müssen wir runter, dann sind wir gleich da!“, ruhig wechselte der Fahrer darum auf die Abbiegerspur. Dann tönte es durch das Innere: „Halten sie sich links.“ Wiederum ruhig setzte der Fahrer den Blinker in Bewegung, setzte zurück auf die Autobahn und gab Gas. „Bleiben sie auf dieser Straße!“,  säuselte es falsch aus dem GPS. „Aber,“ wollte David sich beschweren, doch der Taximann zeigte nur schweigend mit dem Finger auf die Sprechmuschel, die erneut höhnte „Halten sie sich links!“ David hatte das Gefühl, dass der Fahrer viel Respekt vor seiner Führerin hatte. Er konnte aus der Ferne sehen, wie die Domspitze von Mainz hinter ihnen zurückblieb. Bald dürften sie Bingen erreichen und danach Koblenz und Bonn. David fühlte sich seiner Gegnerin ausgeliefert, sie hatte es in ihrer Macht, wo die Reise noch hinführen sollte. Sie und der Benzinstand. „Ich wohne in Mainz, wir hätten da abbiegen sollen, dann wären wir gleich am Ziel gewesen!“, setzte er nochmals an. „Haben sie die Frau nicht gehört?“, kam es nun als Antwort und ehe David reagieren konnte, musste er noch über sich ergehen lassen, wie die Heintückische auch die nächste Ausfahrt ausschlug: „Halten sie sich links.“ „Sie ist nur eine Software, ich kenn mich hier aber aus!“, „Nein, wir sollten auf sie hören.“, „Halten sie sich links!“, „Aber nicht wenn wir wissen, wo wir sind!“, „In 800 Metern abbiegen!“, „Sie wussten aber vorhin nicht, das GPS wusste es aber immer!“, „In 500 Metern abbiegen!“, „Weil sie mich in Frankfurt fragten wo wir sind! Ich kenn mich in Frankfurt doch nicht aus!“, „GPS schon!“, „In 200 Metern abbiegen.“, „Das mag sein, aber wer sich dort auch auskennen sollte, sind sie!“, „In 100 Metern abbiegen!“, „Warum, wenn GPS doch alles weiß?“, „Sie haben die Ausfahrt verpasst. Bitte wenden sie!“. Der Fahrer stieg auf die Bremse, die Räder quietschten, der Wagen geriet leicht ins schleudern, der Gurt zog sich um Davids Oberkörper. Das Taxi rutschte in den Graben. „Bitte wenden sie!“, wiederholte die Frau ihre Anweisung. Stumm saßen die beiden Männer im Wagen. Weit und breit waren keine anderen Autos zu sehen. „Bitte wenden sie!“, drängte sie weiter. „Lass uns tun, was sie sagt!“, flüsterte der jordanische Fahrer. Es lag etwas Unruhiges in seiner sonst so gleichgültigen Stimme.Gemeinsam schoben sie den Wagen wieder auf die Straße. Er war etwas die Böschung heruntergerutscht. Bald stand der Wagen wieder auf dem Standstreifen. Aus dem Inneren folgte weiterhin die Aufforderung „Bitte wenden sie!“ Weil nichts am Taxi wirklich schaden genommen hatte, konnte die Fahrt tatsächlich weitergehen. David versuchte noch Einfluss auf das Kommende zu nehmen „Wir müssen nicht wenden, wenn wir noch etwas weiter…“, doch gab er auf, als ihm die Frau wieder ins Wort fiel.  Teilnahmslos ließ er es über sich ergehen, wie er zum ersten Mal in seinem Leben zum Geisterbeifahrer wurde. Zwei Wagen kamen ihnen entgegen und blendeten auf. Natürlich wehrte sich der Taxifahrer auch gegen diese Provokationen und täuschte einen Ausbruch des Wagens an. Nach einer stundenlangen Minute erreichten sie die Ausfahrt. Die Autoscheinwerfer enthüllten ein Schild: „Mainz-Kastel 15Kilometer“. „Na also“, brummte der Fahrer zufrieden. „Folgen sie dieser Straße, biegen sie an der nächsten Kreuzung links ab.“, erklärte die GPS-Dame und David war noch immer vor Schreck sprachlos. Sie näherten sich langsam einer Ortschaft, zu den bisher nur einsam daliegenden Bauernhöfen und Gehöften, gesellten sich immer öfter kleine Wohnhäuser. Hin und wieder konnte auch wieder der erhellte Dom in der Ferne gesehen  werden. „Biegen sie hier links ab!“, forderte an der Kreuzung erneut die Stimme. Doch nicht einmal der bisher so fatalistische Anhänger ihrer Weissagungen wollte ihr diesen Wunsch nun erfüllen. Nervös versuchte er ihr Drängen zu ignorieren. Dort, wo sie einbiegen wollte, befand sich eine riesige Öffnung im Erdboden. Die Straße war aufgerissen und auf ganzer Länge eine Baustelle. „Hier geht’s nicht weiter!“, sagte der Fahrer weniger zu sich oder David, sondern viel mehr zum GPS-System. „Biegen sie hier links ab!“, ignorierte es diese Information. Einen Moment lang fürchtete David, dass sich das Taxi nun trotzdem gleich in den Abgrund stürzt, doch siegte dieses Mal der gesunde Menschenverstand. „Hier geht’s nicht weiter!“, wiederholte er seine Feststellung. Das Auto drehte vorsichtig und fuhr wieder zur Autobahn. Im Rückspiegel wurde der Dom immer kleiner. Nachdem die Stimme wegen dieser Befehlsverweigerung etwas beleidigt schien, dauerte es etwas, bis sie sich wieder zu Wort meldete. Sie wollte sich noch nicht geschlagen geben: „Wenden sie, biegen sie an der nächsten Kreuzung links ab.“ Vergeblich, Gott sei Dank. Jetzt ging es wieder auf der Autobahn Richtung Frankfurt. Der Dom lag plötzlich rechts neben dem Auto, weit entfernt und durch den Rhein getrennt. Auf einem Schild stand nun „Mainz-Bischofsheim 1,5 Kilometer“, David informierte den Fahrer, dass dies die richtige Abfahrt sei, ein teilnahmsloses „Gut“ antwortete, dann nickte David in dem beruhigenden Gefühl ein, es bald geschafft zu haben.  Er wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, als ihn ein wütender Schrei weckte. Aber irgendetwas stimmte nicht mehr, soviel war ihm sofort bewusst. Erstens hätten sie die Autobahn schon längst verlassen haben müssen, zweitens konnte er aus wenigen hundert Metern Entfernung ein Flugzeug landen sehen, drittens fehlte etwas im Auto. Tatsächlich, während David geschlafen hatte, kam es zur dramatischen Trennung zwischen Fahrer und Führerin. Der weckende Schrei war ein letzter wütender Abschiedsgruß gewesen, ehe die vorlaute und körperlose Frau aus dem Fenster flog. Angeblich hatte sie zuvor einen erneuten Umweg verschuldet. Auf ihr Anraten hin, mied der Fahrer nämlich die Ausfahrt „Mainz-Bischofsheim“, sie wollte das Taxi offenbar auf die Straße Richtung Mannheim locken. Dies habe er aber, so erzählte es der Taximann nun atemlos, zu verhindern gewusst. Offenbar fand während des Nickerchens erneut eine kurze Geisterfahrt statt, denn das Auto hatte schon die Abfahrt „Mannheim“ genommen, ehe der Betrogenen die Falle bemerkte. Aus einer Restvernunft heraus hatte er aber entschieden, nicht bis zur verpassten Mainzer Abfahrt gegen den Verkehr zu fahren. Also mussten sie nun auf die nächste Gelegenheit warten, wieder wenden zu können.Der Dom lag längst wieder weit entfernt. Scheinbar aus dem Wald heraus erhob sich eine leuchtende Boeing. Dann lag auch der Flughafen wieder hinter David. Er blickte auf die Uhr und als sie das Stadtschild „Frankfurt“ passierten und das Taxi gerade wenden wollte, um den nächsten Versuch zu starten, schlug David ein neues Reiseziel vor: Frankfurt Hauptbahnhof.  

„Wie sie wollen!“ und schon näherten sie sich dem neuen Endpunkt. Zwar gelang es dem Fahrer, sich sogar noch innerhalb der Stadt kurz zu verfahren, doch verglichen mit dem vorherigen Desaster, erschien dies wie ein kaum erwähnenswerter Lapsus. Nach einer letzten Kurve baute sich das breite Bahnhofsgebäude vor ihnen auf. Das Taxi fuhr in den Taxistand, aus dem rollenden Wagen heraus begann der Fahrer seinen Kollegen zu erzählen, dass das GPS-System explodiert sei und wegen der Rauchentwicklung die Reise nach Mainz abgebrochen werden musste. David fand diese Geschichte extrem unglaubwürdig, aber interessierter sich auch nicht weiter dafür. Dann wurde der Motor abgestellt, der Taxigutschein wechselte den Besitzer, der Fahrer bemerkte zufrieden: „Ziel erreicht!“ und David stieg aus. Mittlerweile fuhren wieder die ersten S-Bahnen nach Mainz. Erschöpft setzte er sich in die nächste hinein und war froh, dass die Fahrer dieser Fortbewegungsmittel auf den Routenverlauf nur bedingt Einfluss nehmen können. 

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